
Models für Lau
von Jan Metzmacher
In den letzten Tagen habe ich meine persönliche Planung für das neue Jahr gemacht. Doch wie können auch Sie es schaffen, im ersten Halbjahr über ein Dutzend Fotoshootings mit professionellen Modellen zu vereinbaren und dafür kaum etwas zu zahlen? Einige Tricks für den Start in die Fotografie.
Standardversuche
Time for Prints (TFP)
Der ein oder andere wird sicher schon mal über die Abkürzung TFP gestolpert sein. Doch viele wissen nicht, was damit wirklich gemeint ist. In der Fotografie steht TFP für »Time for Prints« oder auch »Time for Pictures«, also für eine Vereinbarung zwischen Fotograf und Model, bei der ein Fotoshooting ohne jegliche Bezahlung stattfindet. Als Honorar dienen hier die Fotos (=Prints), die beide Seiten, also Fotograf wie Model, nutzen können.
Time for CD (TFCD)
Im Zeitalter der digitalen Kameras wird immer häufiger statt TFP die Bezeichnung TFCD erwähnt. Das Prinzip ist hier das gleiche, allerdings bekommt das Model als Honorar für das Shooting keine Abzüge (Prints) sondern eine CD, auf der die Fotos gespeichert sind. Das hat für das Model den Vorteil, das die Fotos leicht digital, etwa auf der eigenen Internetseite oder in einer Modelbörse präsentiert und die Fotos auf Wunsch auch selber ausgedruckt werden können.

Ein Beispiel aus meinem Portfolio
Wichtig zu wissen
Es wird bei dieser Art von Vereinbarung kein einziger Cent als Honorar gezahlt. Die Gegenleistung für das Model, aber auch für den Fotografen, die etwas Zeit in ein Shooting investieren, sind die Fotos, die bei dem Shooting entstehen. Der Nutzen besteht also darin, dass der Fotograf sowie das Fotomodel neue Bilder als Referenzen angeben können.
Wie gelangt man an solche Shootings?
Nun muss unterschieden werden, wer als Model dienen könnte. Bekannte und Verwandte oder ein semi-professionelles Model? Ein semi-professionelles Model wird mit Ihnen zusammenarbeiten, wenn Sie über ein vernünftiges Portfolio verfügen. Es kommt jedoch nicht auf die Quantität des eigenen Portfolios an, sondern natürlich auf die Qualität Ihrer Fotos.
Das Model wird sich die Frage stellen: »Bringt er mich mit seinen Fotos “fotografisch” weiter? oder »Werden die Fotos eine Bereicherung meiner Sedcard sein?«. Verfügen Sie über ein qualitativ hochwertiges Portfolio können Sie sicher gehen, das gute Modelle auch mal kostenlos mit Ihnen zusammenarbeiten werden.
Meine Anfänge
Ich persönlich habe nicht mit professionellen Modellen angefangen, da ich einerseits nicht sofort Honorare zahlen wollte, andererseits noch kein aussagekräftiges Portfolio vorweisen konnte. So blieb mir die Architektur und der Bereich der Stilllife-Fotografie. Zumindest konnte ich bereits zeigen, dass ich mit der Kamera umgehen kann.
Durch diese Fotos sind einige Freunde auf mich aufmerksam geworden, die mich gefragt haben, ob ich diese nicht fotografieren mag. Die so entstandenen Fotos konnte ich als erste Referenz angeben. Selbstverständlich waren die Aufnahmen noch nicht so gut, wie die von professionellen Fotografen, aber ein erster Schritt.

Ein Beispiel aus meinem Portfolio
Die nette Dame von nebenan
Nach dem Motto »Fragen kostet nichts« habe ich dann einfach so viele Personen wie möglich angesprochen. Schüchtern und plump dürfen Sie dabei nicht vorgehen. Ein »Hey, du siehst klasse aus, darf ich dich fotografieren?« wird nichts bringen. Sie müssen schon etwas mehr Zeit investieren. Im Internet können Sie schnell erste Kontakte knüpfen, doch ein »Nein« als Antwort werden Sie auch dort öfters hören.
Der sicherste Weg führt Sie wie schon angesprochen zu Ihren Bekannten und Verwandten. Sie kennen sich, müssen nicht erst groß eine Vertrauensbasis aufbauen und können recht locker vorgehen. Bei diesen Shootings im Bekanntenkreis entstehen erste Bilder, die Sie unbekannten Personen zeigen können. So entstehen weitere Aufnahmen, wodurch Sie Ihr Portfolio nach und nach aufwerten. Erneut als Referenz eingesetzt haben Sie nun bessere Chancen, weitere Modelle zu begeistern.
Haben Sie ein Portfolio mit guten Fotos zusammengestellt, scheuen Sie sich nicht auch semi-professionelle Modelle anzusprechen. Es gibt im Internet einige Seiten, wie etwa die Fotocommunity
oder die Model-Kartei
, auf denen Sie eine große Auswahl an Modellen aus ganz Deutschland finden können.
3 Kommentare zu Models für Lau
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Jörg Zimmermann
Am 26. Februar 2008 um 10:20 Uhr
die Suche bei Communities wie der FC oder der MK gestalltet sich gerade auf dem TFP bereich recht schwierig. Die Konkurenz ist recht groß und man muss schon ein sehr sehr außerordentliches Portfolio vorweisen können, damit man dort bei den Models fotografisch landen kann. Meistens wird dann allerdings doch noch versucht, die Fahrtkosten zu berechnen (manche Models beweisen dabei ein außerordentliches Talent zur Aufrundung). Das hat mit TFP aber dann wohl nichts mehr zu tun. Denn dabei trägt schließlich jeder seine kosten selbst.
Ich als Fotograf hab ja sowieso den hauptteil der Arbeit, denn wenn das Model schon lange wieder zuhause ist, setz ich mich für die Bearbeitung der Bilder nochmal stunden hin. Also zahlt auch bei TFP der Fotograf immer drauf, auch wenn es nur an zeit ist. -
yasemin.c
Am 6. März 2008 um 22:05 Uhr
@ jörg.z
hmm auch wen es nur die zeit ist sagst du ,,, du musst mal so sehen zeit ist vergänglich FOTOS nicht !!!!
ich nehme mal an das fotografieren dein hobby ist dan muss es dir ja auch spaß bereiten diese fotos nach dem shooting zu bearbeiten …das ist dein werk !!!
ausserdem wen du dir ein gescheites model holst brauchst du dich noch nichteinmal danach solange hinsetzen und alles bearbeiten sondern das bild ist so perfekt wie du es fotografierst !!!!
@ admin
super thema !!! ich muss dazu allerdings sagen das es verdammt viele mädels gibt die sich auf (TFP) fotografieren lassen möchten weil sie selber kein geld haben aber trotzdem tolle und weiterbringende fotos von sich brauchen …
andersrumm muss ich wieder sagen das (TFP) manchmal auch abschrecken kann es gibt viele schwarze schafe die minderjährige fotografieren wollen und diese bilder als (SEXBILDER) im internet vertreten :-( scheiß sache … ich gotttt sei dank noch nie :-) ich bin sogar sehr froh das es (TFP) gibt weil ohne das wäre auch mein hobby das (modeln) unerreichbar wegen dem finanziellen aspekt !!!! ich verbleibe mit freundlichen grüßen yasemin.c -
TS-Photography
Am 12. März 2009 um 16:29 Uhr
TFP und TFCD sind eine sehr gute Sache. Allerdings kommt es auch darauf an, an wen man sich wendet.Ein Modell, dass so bereits gut Payaufträge bekommt, dass wird sich eher nicht auf ein TFP einlassen, wenn es selber nichts interessantes für sein Portfolio sich daraus verspricht.
Also man sollte solchen "semiprofessionellen" oder "professionellen" auch schon etwas bieten können. in dieversen online Communitys tummeln sich nun mal viele, die bereits ein Portfolio haben.
Aber es gibt asuch immer einige die noch keines haben oder sehr an tfp interessiert sind. Aber die kommen nun mal nicht von alleine ins Haus geflattert. und auch so sieht man nicht unbedingt, dass du TFP-williger Photograph bist.
Meine Erfahrung ist, dass man viele Modelle findet, auf TFP Basis, wenn man sie sucht. Und wenn man dann erst mal ein nettes Portfolio hat, dann kommen auchz schon mal Modelle auf dich zu.
In dem Sinne (an jörg und andere) keep on searching! In der Regel hat jeder mal so angefangen.grüße TS-Photography.de
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