
Man Ray
von Dirk Metzmacher
Man Ray war nicht nur Fotograf, sondern auch Maler, Objektkünstler und Filmemacher. Und in allen Bereichen sehr experimentierfreudig. Fotocollagen und die Solarisation, hier Rayogramm genannt, gehörten dazu. Trotzdem wurde er mehr als Handwerker gesehen, denn als Künstler. Wir ehren ihn gerade deshalb.
Handwerk – Keine Kunst
Die Anfänge der künstlerischen Fotografie
Die Fotografie hatte es Anfang 1922 noch schwer, als eigene Kunstform Anerkennung zu finden. Man Ray sollte das ändern. Erfolglos in der Malerei, wollte er sich die Portraitfotografie als Einnahmequelle sichern. Das er damit zu einem der einflussreichsten Künstler des Dadaismus und Surrealismus werden sollte, war ihm vermutlich nicht bewusst.
»Ich habe jetzt meine Aufmerksamkeit darauf gerichtet, ein Atelier zu mieten und es einzurichten, damit ich effizienter arbeiten kann. Ich wollte ja Geld machen – nicht auf Anerkennung warten, die vielleicht kommt oder sich vielleicht nie einstellt.« (Quelle: Wikipedia
)

Man Ray La Priére (Prayer) von 1930
Kunst und Können
Die ersten Aufträge kamen es der Kunstszene, der er entwachsen ist. Ob Georges Braque, Picasso oder Henri Matisse &bdash; zahlreiche Künstler ließen sich von Man Ray ablichten. Da sich in seinem Atelier Maler und Schriftsteller die Klinke reichten verwundert es kaum, dass auch Man Ray mit seinem Medium gewagtere Richtungen einschlug.
Zu dieser Zeit entdeckte Man Ray die Aktfotografie für sich und fand in Kiki de Montparnasse, bürgerlich Alice Prin, einem beliebten Modell der Pariser Maler, seine Muse und Geliebte. Kiki, die Man Ray im Dezember 1922 in einem Café kennen gelernt hatte und die bis 1926 seine Lebensgefährtin war, avancierte schnell zum Lieblingsmodell des Fotografen; in den 1920er Jahren entstanden unzählige Fotografien von ihr, darunter eine der berühmtesten von Man Ray: Das surrealistisch-humorvolle Foto Le Violon d’Ingres, das den nackten Rücken einer Frau mit Turban zeigt, auf dem sich die beiden aufgemalten f-förmigen Öffnungen eines Violoncellos befinden. Die Fotografie wurde zu einer der am meisten publizierten und reproduzierten Arbeiten Man Rays. (Quelle: Wikipedia
)
Ein Klassiker der Aktfotografie. Neben diesem Stil hat Man Ray viel in der Dunkelkammer experimentiert. Bei seinen Rayographien etwa hat er die direkte Belichtung von lichtempfindlichen Materialien wie Film oder Fotopapier ausgenutzt, wobei keine Kamera benötigt wird. Zwischen dem Fotopapier und einer Lichtquelle liegen Gegenstände, die das Licht mehr oder weniger hindurch lassen. So entstehen konturenstarke und kontrastreiche Aufnahmen. Dieser Künstler kann also nicht, zugegeben wie hier geschehen, auf seine Aktfotografie reduziert werden, sondern es gibt weitaus mehr zu entdecken. Ich empfehle die offizielle Website
des Künstlers.
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